Die ersten zwei Wochen sind vorbei. Xeta hat mittlerweile mehr als 330 Wörter, eine erste kleine Korrektur erfahren (Worte mit der eigentlich gesperrten Vorsilbe qa- wurden umgewandelt). Ich habe einen Vers aus Genesis 11 übersetzt, ähnlich Artikel 1 der Menschenrechte. Andererseits überlege ich weiterhin, wie ich die Sprache noch nützlicher und sinnvoller machen kann, so dass mehr Leute diese Sprache theoretisch lernen wollten.
Nützt eine eigene Geschichte um eine künstliche Welt? Dann ist die Sprache aber sofort weg von der Hilfssprache. Lege ich mir eine künstliche Philosophie von hier haben wir uns alle lieb und vergessen mal unsere eigenen Kulturen (obwohl wir sie natürlich respektieren…) und mache mich damit genauso unglaubwürdig wie manch andere Plansprache? Oder hoffe ich einfach darauf, dass es irgendwer irgendwann lernen wird? Jener Sonntagvormittag in der UB in Reykjavik war da schon lehrreicher, als ich eine alte deutschstämmige Plansprache entdeckt habe, die aber vermutlich niemand jemals gesprochen haben mag. Einfach auf den guten Willen hoffen, ist wohl tödlich. Man muss die Leute ködern, sowohl mit einem technisch ausgereiften und umfangreichen Angebot als auch mit einem inhaltlichen Grund, diese Sprache zu lernen.
Damit wäre ich dann wieder bei meiner alten Theorie, dass eine wirklich Plansprache nur dann einen Sinn hätte, wenn sie sich von ihrer Stellung als Hilfssprache befreien würde. Eine Sprache hätte so nur Sinn, wenn sie alle möglichen Themen eindeutig, unmissverständlich und dennoch genügend variabel darstellbar machen würde, auf Irregularitäten verzichtete, und zudem noch von jedem schreib- und sprechbar wäre.
Das allerdings schafft zur Zeit keine Sprache. Englisch ist irregulär, verwaschen, von Euphemismen und Neologismen durch- und durchzogen, Esperanto zu beschränkt in der Aussprache und alle phonetisch internationalisierten Sprachen sind nicht leistungsfähig genug. Die altbekannte Forderung nach einer nicht voreingenommenen Kultur ist ohnehin das Unding schlechthin.
Andererseits wusste ich, dass ich das mit Xeta sowieso nicht erreichen wollte und ich zweifle daran, dass es überhaupt jemals möglich wäre.
Bis 2003 war das Forum mehr ein Schatten seiner selbst. Dann kam mir die Idee mit der Vorschau auf alle tschechischen und slowakischen Filme und Serien im deutschen Fernsehen. Und: das Forum hat seit dem mehr als 4/5 aller Beiträge bekommen. Die Vorschau ist sozusagen das Flaggschiff im Forum. Ich habe seit 163 Wochen keine Vorschau ausfallen lassen, trotz Norwegen, trotz Island usw. Einen Newsletter mit der Vorschau zu starten, war mir daher irgendwie zu heikel, weil ich nicht diejenigen vertreiben wollte, die die Vorschau dort lesen. Aber andererseits war die Idee dazu auch schon 2003 da und sie schwelt noch immer - bzw.: jetzt habe ich sie umgesetzt und den ersten offiziellen Newsletter verschickt. An immerhin 6 Leute, wobei die auch schon wieder aus 2 Ländern kommen - Tendenz hoffentlich steigend.
Die Petition ist irgendwie versandet. Trotz der Umstellung auf eine andere Seite unterzeichnet niemand mehr. Sind wir nur 248 Unterstützer tschechischer Serien auf DVD?
Das Wiki (im Forum) wird von irgendwelchen Amerikanern zugespammt. Ein Dreck, denn das Wiki bekomme ich nicht so ohne weiteres aus dem Forum raus. Schade irgendwie, obwohl ich das ohnehin nie nutzen wollte, weil es bei weitem nicht so luxuriös ist wie die (mittlerweile) doch recht verbreiteten Wikipedia-Clones oder Ableger oder wie auch immer man dazu sagen könnte.
Irgendwie scheinen die Isländer meine Bücher gefressen zu haben. Nun ja, oder aber irgendwer hat das System davon nicht verstanden und ist nun im Besitz dieser Bücher. Schade irgendwie, dass das mit dem Bookcrossing nicht so klappt…
Zähle ich bereits jetzt alle Länder zusammen, aus denen ich Studenten/ Schüler hatte, komme ich auf 25 Staaten (Taiwan exklusive gerechnet sogar 26). Würde ich die Österreicherin(nen?) auf Island noch dazu zählen… Ok. Zahlenspiele.
Zur Zeit wiederum Ärger mit der Petition, weil der alte Petitionsbetreiber die Seite gelöscht hat. Jetzt, so hoffe ich, läufts über ein Gästebuch. Denn diese Adresse kenne ich hingegen schon ein paar Jahre. Zur Sicherheit aber führe ich noch eine parallele Liste, die mittlerweile 248 Einträge führt (Ende Juni)
Heute nochmals, dank Kims Hinweis, ein Ausflug, der kommerziell weit mehr gekostet hätte. Wieder sehr viele Eindrücke, eigentlich hätte man bei jedem schneebedeckten Felsen stehenbleiben können, aber irgendwann gab's davon dann halt mal doch zu viele.
Gesehen habe ich: den Bónus in Borganes, Eldborg, den Basalt von Gerðuborg, Seehunde an der Ytri tunga, und dann den Stapafell in Arnastapi, dann (eine Legende für mich Kurzwellenhörer: Hellisandur). Zuletzt noch einen Schafsstall irgendwo, dazu einen verrotteten Hai.
Bilder stelle ich dann bald ein, schließlich gehts morgen um 5 Uhr los, sprich noch eher aufstehen. Und dann über Keflavík, Kopenhagen und Berlin nach Hause.
Und dennoch, eingekauft. Einiges zum mitbringen, anderes auch für mich. Anderes für später. Ich hoffe, es gefällt allen, wenigstens ein wenig…
Zudem: ein sehr aufschlussreiches Gespräch mit Sigurður, von heute früh bis beinahe um 2. Er hat (wohl) über lateinische Literatur auf Island/ durch Isländer geforscht und wusste natürlich mit Leipzig etwas anzufangen. Namen, die man hier einigermaßen "oft" sieht, etwa den Árni Magnússons, haben in der Tat etwas mit meiner Heimatstadt zu tun. Interessant auf jeden Fall, ich werde mich wohl ein wenig mit diesem Thema beschäftigen, nicht zuletzt nachdem ich meine mündliche Prüfung ja ohnehin mit dem Hinweis auf die Einführung der Reformation auf Island 1538 beendet hatte. [Vielleicht hängt das ja doch alles zusammen].
Heute nochmals Umzug, mit Ausflug nach Hafnarfjörður (und in einen ixbeliebigen Keller). Die Arbeit, die Bücher zu sortieren, nun ja, hätte man sich vermutlich sparen können… Vermutlich. Ich will mal nichts Böses denken.
Ansonsten noch ein Bild vom Marathontrip gestern: ein Ausbruch des Strokkurs (einem Nebengeysir des Geysirs).
